Lilian Näf mit Joker-Nils

Hallo, ich bin Joker-Nils und dies ist mein Erfahrungsbericht von meinem ersten Lebensjahr.

Die ersten knapp 11 Wochen waren einfach toll. Es gab nur Liebe, kuscheln, spielen und natürlich viel trinken bei Mama Baia. Dann kam der Tag, als ich bei meiner neuen Mama Lili einzog. Da gab es auch viel Liebe, kuscheln, spielen und Futter, aber neu dazu das Lernen und ich lernte viel. Die ersten paar Wochen gingen wir auf Bahnhöfe mit vielen Menschen, wir fuhren Bus, Auto, Tram und Zug. Wir spazierten an Hauptstrassen entlang mit viel Lärm und Verkehr. In kurzer Zeit habe ich gelernt mich ohne Angst an solchen Orten zu bewegen. Ich habe sehr viele Menschen und andere Hunde kennengelernt, viele davon sind mir heute vertraut und gute Freunde von mir und ich verbringe viel Freizeit mit ihnen allen, Hunde wie Menschen. So habe ich gelernt, nicht alles anzukläffen oder Angst zu haben. Obwohl ich sagen darf, ich belle oder kläffe sehr selten, dies war von Anfang an so. Dann musste ich auch lernen, was zu Hause erlaubt ist und was gar nicht geht. Also wenn die Menschen essen darf ich nicht betteln, ich habe auch nie etwas von „da oben“ bekommen, also brauche ich auch nicht zu betteln, was gut klappt, auch auswärts zu Besuch oder im Restaurant. Als ich ganz klein war, habe ich in meiner Box auf einem Stuhl neben dem Bett meiner Mama geschlafen, dass ich nicht in ihr Bett darf, hat sie mir von Anfang an gesagt. Mit ca. 4 Monaten bekam ich mein eigenes Bett im Wohnzimmer, von da an schlief ich alleine dort. Es ist okay für mich, dass ich nicht in ihr Bett darf, sie schläft ja auch nicht in meinem! Die Schlafzimmertüre lässt sie immer offen, so dass ich immer „rufen“ kann wenn etwas ist. Dann zeigte sie mir Kamm, Bürste, Schere, Zahnbürste und die Dusche. Ich wurde langsam an alles gewöhnt. Heute ist duschen, kämmen, bürsten und Zähne putzen für mich völlig normal, so dass alles problemlos an mir „durchgeführt“ werden kann. Auch das Haare schneiden macht Mama an mir selber und das klappt so gut, dass ich bis heute nie zum Coiffeur musste. Sie macht das gut, ich sehe gut aus, sagen immer alle. Essen musste ich nicht lernen, vom ersten Tag an frass ich alles was es gab, ist bis heute so geblieben. Sie achtet sehr auf eine gesunde Ernährung und bei allen Leckerli die es immer gibt ebenso. Nur etwas passt mir nicht. Am Abend nimmt sie immer wieder die Waage hervor. Will heissen, wenn ich richtig viel Leckerli bekommen habe, wird am Abend das Hauptfutter reduziert. Schade eigentlich. Stubenrein ist auch so etwas was gelernt sein muss. Da sei ich ein Musterbeispiel, sagt sie immer. Von der ersten Nacht an habe ich von 23.00 Uhr bis 8.00 Uhr trocken durchgeschlafen. Dann musste es aber schnell gehen, nicht auf den Boden stellen sondern nach draussen tragen und schon ging es los. Tagsüber ging es alle 2 Stunden nach draussen und die Zeit wurde langsam erhöht bis ich mit ca. 5 Monaten wie ein grosser Havi einen normalen Rhytmus hatte. Ich habe nie einmal in die Wohnung gemacht! Mit ca. 6 Monaten lernte ich ohne Leine, wo es für mich ungefährlich ist, zu laufen. Auch das ging super, ich bellte keine Menschen und keine Hunde an, liess Velofahrer und Jogger in Ruhe und jagte auch keine Katzen oder sonst was. Ich komme zurück wenn sie ruft und laufe eh nicht weit weg. So, ich denke, Mama kann zufrieden sein mit mir, ich kann ja schon viel, obwohl ich nie in der Schule war. Natürlich gibt es auch Tage, wo mir die vielen Vorschriften zu viel werden, auch will ich nicht immer wie sie will. Da Mama aber über verschiedene „Tonarten“ in ihrer Stimme verfügt, weiss ich dann schon wie weit ich gehen kann. So viel zum doch anstrengenden lernen, aber ich bekomme auch viel von Mama, neben Liebe, kuscheln und spielen sind wir sehr viel in der Natur unterwegs. Einmal pro Woche gehe ich mit meinen zwei grossen Freundinnen Hindy (Briard) und Aisha (Goldi) und ihren Mamis auf einen 2-stündigen Spaziergang im Wald. Es macht immer sehr viel Spass. Da sind aber noch Max, Bruno, Chanel, Suki, Blake, Buddy, Lady, Uraya, Raya, Ayleen, Timmy und viele mehr. Das sind Hunde verschiedener Rassen und mit ihnen allen habe ich ab und zu immer wieder Kontakt. Einmal in der Woche kommt mein Menschen-Bruder extra zu uns nach Hause um mit mir zu spielen, es ist jedesmal super schön.

So, dies glaube ich recht fürs erste Jahr. Ich bin ein gesunder, glücklicher, grosser Havi (8kg) geworden, der immer mit seiner Mama unterwegs ist und überall mit hin darf. Kurz gesagt, wir zwei haben uns gefunden und wünschen uns noch viele glückliche gemeinsame Jahre.

Es grüsst Euer Joker-Nils mit Mama Lili

P.S.: Ich hatte am Anfang schon Heimweh, hatte aber so viel zu lernen, dass ich etwas abgelenkt war.